Von Häusern, Mäusen und Hörrätseln

Sich vorzustellen, wie es ist, (fast) nichts mehr zu hören, ist gar nicht so einfach. Die scheinbar einfachen Mittel, wie z.B. sich die Ohren zu zu halten, reichen da oft nicht aus. In manchen Momenten wünsche ich mir, dass ich nichts mehr höre, wenn die Bahn mit quietschenden Bremsen einfährt oder sich direkt neben mir zwei Menschen lautstark und schrill unterhalten. Trotzdem kann ich mir schwer vorstellen, was alles mit einem Nicht- oder Weniger-Hören einhergehen würde.

Bei einem Projekttag an der Elbschule habe ich daher ausprobiert, wie es ist, sehr wenig zu hören. Mithilfe von Lärmschutzköpfhörern habe ich die meisten Nebengeräusche ausgeschaltet. In dem Experiment ging es darum herauszufinden, was mein Gegenüber sagt. Allerdings waren nicht nur alle Nebengeräusche ausgeschaltet, sondern auch nur Teile der Wörter zu verstehen.

Es gab hierbei zwei Schwierigkeitsstufen:

Einfach
Dein Gegenüber guckt dich an, während er das Wort sagt. Es war erstaunlich oft möglich, aus den verbliebenen Geräuschen und dem Mundbild des Gegenübers das richtige Wort zu erraten (trotzdem war es schon eher ein Raten).

Schwierig
Dein Gegenüber dreht sich weg, du hast nur noch die Wortbruchstücke, um zu erraten, um welches Wort es sich handelt. Es wird dadurch deutlich schwieriger zu erraten, was mein Gegenüber gesagt hat. Gerade bei Worten, die ähnlich klingen, wie zum Beispiel HAUS oder MAUS, MUTTER oder BUTTER, ist schwer zu unterscheiden, wenn man nicht sehen kann, wie das Wort gesagt wird, und nur AUS oder US hört. Hier waren es nur Wörter, wie schwer mag es dann erst bei ganzen Sätzen sein!

Es war faszinierend für mich, wie schwierig es ist, manche Worte auseinander zu halten und erschreckend, dass es teilweise überhaupt nicht klappt.

Von Häusern, Mäusen und Hörrätseln
Markiert in: